Einfach nur spielen

Im Anschluß an meinen letzten Post möchte ich noch mal ein paar Wege aus dem Motivationstief aufzeigen. Neben dem schon genannten Miniprojekt gibt es noch andere Wege aus der fotografischen Krise, z. B. kann ein Bildband ob neu oder aus dem Regal neue Impulse und Ideen aufzeigen. Alternativ mag auch ein interaktives Blättern bei flickr helfen, jedoch ist die Qualität sehr unterschiedlich und nicht jedes Bild kann einen überzeugen. Jedoch können einen gerade auch die schlechteren Bilder helfen, wenn man nicht nur achtlos hinüberblättert, sondern versucht herauszufinden warum die Bilder nicht funktionieren und zu überlegen was man hätte besser machen können. Dies hilft oft es besser machen zu wollen.

Eine andere Möglichkeit neue Perspektiven zu eröffnen und eine gute Herausfoderung ist es mit einem Objektiv (am besten eine Festbrennweite) z. B. in den Wald zu gehen mit dem festen Vorhaben genau 10 Bilder zu machen. Natürlich sollen es 10 gute Bilder sein, so versetzt man sich zurück ins analoge Zeitalter als jeder Klick noch Geld kostete und man daher die Bilder oft sorgsamer komponierte. Diese kleine Übung hilft euch bessere, bewußtere Fotos zu machen.

Bildfüllendes Potrait oder Tierpotrait in natürlicher Umgebung

Bei Tieraufnahmen stellt sich oft die Frage, ob man ein Tier möglichst groß und damit bildfüllend oder eher als ein Teil seines natürlichen Habitats abbilden soll. Wie so oft gibt es keine richtige oder falsche Antwort auf diese Frage.

Bei einer Nahaufnahme bleibt der Betrachter an all den kleinen Details des Objekts hängen und es entsteht eine nicht nur räumliche sondern auch emotionale Nähe. Dies ist auch gleichzeitig die Gefahr des bildfüllenden Portraits, denn das eigentlich wilde Tier kann schnell zum Kuscheltier verkommen. Bei einem Tierportrait in der natürlichen Umgebung erhält der Betrachter mehr Informationen und zwar nicht nur zu der Umgebung selbst, sondern auch zu der Situation des Tieres. Man hat so die Möglichkeit eine Geschichte über das Tier und seine Situation zu erzählen. Dabei ist zu beachten, dass das Tier das Hauptobjekt des Bildes bleibt und die Umgebung und der Hintergrund nicht zu stark ablenken.

Kurz und gut bei den niedlichen Tierkindern kann eine intime Nahaufnahme die anrühende Wirkung noch verstärkt werden, während ein Reh im Schnee und karger Flora sehr gut den Überlebenskampf des Tieres im harten Winter beschreibt. Dieser Eindruck kann dann durch eine unterstützende Lichtstimmung noch verstärkt werden und ein ausdruckstarkes Bild entstehen lassen.

Naturfotos in Schwarzweiß?

Viele, wenn nicht die meisten Naturfotos leben von ihren Farben, von der Lebendigkeit, die diese vermitteln. Daher wird man sich viele Farbfotos ansehen müssen bis man ein Naturfoto in Schwarzweiß findet. Und auch ich fotografiere zunächst alles in Farbe und wandle nur wenige Bilder in Monochrome um. Dabei ist der Aufwand um ein Farbfoto in ein Schwarzweißbild zu verwandeln, dank der digitalen Dunkelkammer (Bildbearbeitungssoftware), minimal.

Doch welche Bilder eignen sich für eine Umwandlung in ein Schwarzweißbild? Ein monochromes Bild von einem farbenprächtigen Eisvogel macht sicher nur wenig Sinn. Doch es gibt erstaunlich viele Bilder, die durch eine Umwandlung an Kraft gewinnen. Insbesondere Bilder die große Anteile an Weiß und Schwarz und Bilder die eher ausgeblichene Farben (wie zum Beispiel das Fell eines Rehbocks) enthalten, gewinnen durch eine Umwandlung. Zusätzlich kann man durch ein Schwarzweißbild auch Einfluß auf die Bildstimmung nehmen, möchte man eher eine karge, triste Geschichte mit seinem Foto erzählen, sollte man den Versuch wagen.

Also öfter einmal den Knopf für die Schwarzweißumwandlung drücken… Es braucht dann nur noch etwas Zeit, das „neue“ Bild auf sich wirken zu lassen.