Neues Jahr – Neues Projekt

Schon lange habe ich ein paar Fotos im Kopf, die ich von einem Fischadler machen wollte. Deshalb habe ich mich kürzlich in ein nahegelegenes Naturschutzgebiet begeben, von dem ich weiß das er dort vorkommt. Und tatsächlich konnte ich ihn dort schon vorbeifliegen sehen, das hat mich darin bestärkt diese Projekt jetzt in Angriff zu nehmen. Ich habe Kontakt mit dem zuständigen Gebietsbetreuer aufgenommen, glücklicherweise gleichzeitig auch ein Fotograf und die Möglichkeiten der Fotografie mit ihm abgesteckt.

Zusätzlich plane ich noch eine Reise an die Müritz, an der die Art auch in größerer Anzahl vorkommt. Insgesamt schätzt man das Vorkommen in Deutschland auf ca. 500 Paare, wobei der Verbreitungsschwerpunkt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt.

Ich bin sehr gespannt wieviele meiner fünf, sechs Bildideen ich umsetzten kann bevor der Fischadler Deutschland im August/September wieder gen Afrika verläßt. Bisher habe ich als Vorgeschmack nur ein einfaches Flugfoto….

Fischadler, Osprey
Fischadler, Osprey

Hoch und quer

Immer wieder ertappe ich mich dabei, eine ganze Serie mit Bildern im Querformat geschossen zu haben, ohne darüber nachzudenken, ob das Motiv nicht hochkant also im Hochformat besser zur Geltung kommen könnte. Ich bin sicher, dies geht den meisten Fotografen so, ob Anfänger oder Profi. Man muss sein Auge erst einmal eine ganze Weile schulen die Motive herauszufiltern die besser im Hochformat wirken. Das Querformat ist schließlich unsere natürlichere Sicht der Welt, da unsere Augen ein horizontal grösseres Sehfeld haben als vertikal.

Aber welche Motive eignen sich für eine Hochformataufnahme? Grundsätzlich sollte man sich bei Motiven, die selbst höher als breit sind, fragen oder noch besser einmal die Kamera um 90 Grad schwenken und die veränderte Bildkomposition auf sich wirken lassen. Bei einigen Dingen wie einem einzelnen Baum kommen wir sofort auf die Idee ihn im Hochformat zu fotografieren, schon weil er meist anders nicht formatfüllend ins Bild paßt. Bei anderen Objekten, besonders wenn sie kleiner sind und man sie nicht eindeutig einer Orientierungnzuordnen kann, haben wir mehr Probleme. Und tatsächlich gibt es auch kein Dogma, was im Quer- und was im Hochformat besser wirkt, aber es lohnt sich doch immer beides zu Probieren.

Andere Formate wir quadratische Bilder oder Panoramen lassen sich ohne Spezialkameras nur bei der Nachbearbeitung erzielen, aber auch hier lohnt sich etwas Experimentierfreude.

Naturfotos in Schwarzweiß?

Viele, wenn nicht die meisten Naturfotos leben von ihren Farben, von der Lebendigkeit, die diese vermitteln. Daher wird man sich viele Farbfotos ansehen müssen bis man ein Naturfoto in Schwarzweiß findet. Und auch ich fotografiere zunächst alles in Farbe und wandle nur wenige Bilder in Monochrome um. Dabei ist der Aufwand um ein Farbfoto in ein Schwarzweißbild zu verwandeln, dank der digitalen Dunkelkammer (Bildbearbeitungssoftware), minimal.

Doch welche Bilder eignen sich für eine Umwandlung in ein Schwarzweißbild? Ein monochromes Bild von einem farbenprächtigen Eisvogel macht sicher nur wenig Sinn. Doch es gibt erstaunlich viele Bilder, die durch eine Umwandlung an Kraft gewinnen. Insbesondere Bilder die große Anteile an Weiß und Schwarz und Bilder die eher ausgeblichene Farben (wie zum Beispiel das Fell eines Rehbocks) enthalten, gewinnen durch eine Umwandlung. Zusätzlich kann man durch ein Schwarzweißbild auch Einfluß auf die Bildstimmung nehmen, möchte man eher eine karge, triste Geschichte mit seinem Foto erzählen, sollte man den Versuch wagen.

Also öfter einmal den Knopf für die Schwarzweißumwandlung drücken… Es braucht dann nur noch etwas Zeit, das „neue“ Bild auf sich wirken zu lassen.