Induro Gimbal Head GHB 2

Seit gut 6 Monaten verwende ich für meine schweren Teleobjektive den Gimbal Head von Induro (Link zur Produktseite). Er erlaubt eine nahe schwerelose Bedingung der Kamera trotz eines Gesamtgewichts von jenseits 6kg. Dies ist natürlich zum Verfolgen von Tieren ideal und macht einige Aufnahmen so erst möglich. Über zwei große Knöpfe lassen sich die Bewegungsrichtungen einzeln feststellen und ermöglichen so beispielsweise auch Panoramen. Dies ist sicherlich aber nicht der Grund sich solch einen Stativkopf anschaffen, da der Kopf für kürzere Brennweiten oder die Aufnahme der Kamera nicht geeignet ist. Die Objektive werden über eine mitgelieferte Arca Swiss kompatibele Platte am Kopf befestigt und sind so sicher fixiert.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kopf, jedoch gibt es auch ein paar Kleinigkeiten, die noch zu verbessern wären. So gibt es keine Wasserwaage zum Ausrichten des Kopfes, dies ist zwar nur ein Problem, wenn das verwendete Stativ oder der Bohnensack keine Luftblase hat. Die Verarbeitung ist sehr solide, ich habe es jedoch schon geschafft den Feststellknopf für die Aufnahme der Objektivbasis zu verbiegen. Dadurch ist die Befestigung nun deutlich erschwert, aber immer noch möglich. Ich würde den Kopf jedem empfehlen der zur Tierfotografie Objektive mit Brennweiten über 300mm einsetzt. Natürlich gibt es auf dem Markt noch eine ganze Reihe Alternativen zum Kopf von induro. Das ursprüngliche Design stammt von Wimberley, aber auch calumet und andere bieten Gimbal Heads an.

 

Ein völlig subjektiver Objektiv-Test

Das Sigma 100-300mm f/4 Telezoom

Dieses Objektiv war mein erstes Objektiv, das ich mir speziell zur Tierfotografie zugelegt habe. Moment dies stimmt nicht ganz, denn ich hatte vorher das Sigma 120-400mm Zoom getestet und für nicht lichtstark und in der Abbildung auch etwas zu weich empfunden und zurückgeschickt.

Und so habe ich ein paar Euros mehr investiert und das 100-300mm bestellt. Im Vergleich fehlt diesem zwar etwas Reichweite und der Bildstabilisator (bei Sigma OS) genannt, dafür spricht die bessere Lichtstärke und die bessere Abbildungsleistung insbesondere bei weit geöffneter Blende. Um es vorweg zu nehmen, ich bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Die Linse ist sehr scharf, selbst noch bei Blende 4 und zeigt dann ein schönes Bokeh (unscharfer, verwischter Hintergrund). An meiner Crop-Format-Kamera zeigt sie keinerlei Vignettierung (Abdunkelung an den Bildrändern) und auch die Reichweite ist Dank des Crop-Faktors und einer effektiven Brennweite von 150-450mm in den meisten Fällen für Säugetiere ausreichend. Der Autofokus ist ausreichend schnell, wenn er auch bei kontrastarmen Bildinhalten auch mal den Fokus verliert. Eine Bildstabilisierung würde ich mir für Freihandaufnahmen allerdings schon manchmal wünschen. Insgesamt bietet das Sigma ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und ich würde es jedem empfehlem, der über eine gute Freihandtechnik verfügt und so den nicht vorhandenen Bildstabilisator verschmerzen kann.

Die richtige Kamera für Naturfotografen

Zunächst einmal ein freies Zitat von Scott Bourne „Die beste Kamera, ist die die man stets bei sich hat“ und so kann auch schon mal die Handykamera geeignet sein für Naturfotografie, insbesondere mit den Eigenschaften moderner Smartphones.

Wenn man sich gezielt zur Fotografie in die Natur aufmacht, ist eine DSLR die beste Wahl. Nun unterscheiden sich die Anforderungen an die Kamera jedoch noch erheblich, je nachdem, ob man eine Landschaftsaufnahme oder Tiere die gesuchten Objekte sind. Für Landschaftsaufnahmen eignen sich Kameras mit einer hohen Detailauflösung, also insbesondere Kameras mit einem Vollformatsensor. In Verbindung mit einem Stativ spielt ein gutes Rauschverhalten keine Rolle, da man immer mit der niedrigsten Empfindlichkeit fotografiert werden kann. Ganz anders bei der Tierfotografie, hier ist man auf ein geringes Rauschen auch bei hohen ISO-Werten, da man oft auf schnelle Verschlußzeiten angewiesen ist. Auch eine hohe Bildfrequenz ist für die erfolgreiche Fotografie von Tieren in Bewegung hilfreich, letztlich ist eine lange Brennweite notwendig und da hilft der Crop-Faktor der Kameras mit einem kleineren Sensor. Dieser kleinere Sensor ermöglicht es mit der gleichen Brennweite an das Objekt heranzukommen.

Also bräuchte man idealerweise zwei sehr unterschiedliche Kameras, dies ist wohl für die meisten Amateure unrealistisch, daher empfehle ich zunächst eine Kamera mit gutem Rauschverhalten, schneller Bildfrequenz und kleinerem Sensor. Bisher habe ich eines von der Industrie immer in dem Mittelpunkt gerücktes Merkmal unberücksichtigt gelassen und zwar mit voller Absicht. Die Auflösung aller modernen DSLRs ist vollkommen ausreichend und insbesondere die Kameras mit sehr hoher Auflösung jenseits von 16 Megapixeln zeigen wieder schlechteres Rauschverhalten. Ich selbst verwende eine etwa 3 Jahre alte DSLR mit Crop-Sensor und ca. 12 Megapixeln. Ich hoffe dies hilft euch etwas bei der Kaufentscheidung.