Hoch und quer

Immer wieder ertappe ich mich dabei, eine ganze Serie mit Bildern im Querformat geschossen zu haben, ohne darüber nachzudenken, ob das Motiv nicht hochkant also im Hochformat besser zur Geltung kommen könnte. Ich bin sicher, dies geht den meisten Fotografen so, ob Anfänger oder Profi. Man muss sein Auge erst einmal eine ganze Weile schulen die Motive herauszufiltern die besser im Hochformat wirken. Das Querformat ist schließlich unsere natürlichere Sicht der Welt, da unsere Augen ein horizontal grösseres Sehfeld haben als vertikal.

Aber welche Motive eignen sich für eine Hochformataufnahme? Grundsätzlich sollte man sich bei Motiven, die selbst höher als breit sind, fragen oder noch besser einmal die Kamera um 90 Grad schwenken und die veränderte Bildkomposition auf sich wirken lassen. Bei einigen Dingen wie einem einzelnen Baum kommen wir sofort auf die Idee ihn im Hochformat zu fotografieren, schon weil er meist anders nicht formatfüllend ins Bild paßt. Bei anderen Objekten, besonders wenn sie kleiner sind und man sie nicht eindeutig einer Orientierungnzuordnen kann, haben wir mehr Probleme. Und tatsächlich gibt es auch kein Dogma, was im Quer- und was im Hochformat besser wirkt, aber es lohnt sich doch immer beides zu Probieren.

Andere Formate wir quadratische Bilder oder Panoramen lassen sich ohne Spezialkameras nur bei der Nachbearbeitung erzielen, aber auch hier lohnt sich etwas Experimentierfreude.

Einfach nur spielen

Im Anschluß an meinen letzten Post möchte ich noch mal ein paar Wege aus dem Motivationstief aufzeigen. Neben dem schon genannten Miniprojekt gibt es noch andere Wege aus der fotografischen Krise, z. B. kann ein Bildband ob neu oder aus dem Regal neue Impulse und Ideen aufzeigen. Alternativ mag auch ein interaktives Blättern bei flickr helfen, jedoch ist die Qualität sehr unterschiedlich und nicht jedes Bild kann einen überzeugen. Jedoch können einen gerade auch die schlechteren Bilder helfen, wenn man nicht nur achtlos hinüberblättert, sondern versucht herauszufinden warum die Bilder nicht funktionieren und zu überlegen was man hätte besser machen können. Dies hilft oft es besser machen zu wollen.

Eine andere Möglichkeit neue Perspektiven zu eröffnen und eine gute Herausfoderung ist es mit einem Objektiv (am besten eine Festbrennweite) z. B. in den Wald zu gehen mit dem festen Vorhaben genau 10 Bilder zu machen. Natürlich sollen es 10 gute Bilder sein, so versetzt man sich zurück ins analoge Zeitalter als jeder Klick noch Geld kostete und man daher die Bilder oft sorgsamer komponierte. Diese kleine Übung hilft euch bessere, bewußtere Fotos zu machen.

Bildfüllendes Potrait oder Tierpotrait in natürlicher Umgebung

Bei Tieraufnahmen stellt sich oft die Frage, ob man ein Tier möglichst groß und damit bildfüllend oder eher als ein Teil seines natürlichen Habitats abbilden soll. Wie so oft gibt es keine richtige oder falsche Antwort auf diese Frage.

Bei einer Nahaufnahme bleibt der Betrachter an all den kleinen Details des Objekts hängen und es entsteht eine nicht nur räumliche sondern auch emotionale Nähe. Dies ist auch gleichzeitig die Gefahr des bildfüllenden Portraits, denn das eigentlich wilde Tier kann schnell zum Kuscheltier verkommen. Bei einem Tierportrait in der natürlichen Umgebung erhält der Betrachter mehr Informationen und zwar nicht nur zu der Umgebung selbst, sondern auch zu der Situation des Tieres. Man hat so die Möglichkeit eine Geschichte über das Tier und seine Situation zu erzählen. Dabei ist zu beachten, dass das Tier das Hauptobjekt des Bildes bleibt und die Umgebung und der Hintergrund nicht zu stark ablenken.

Kurz und gut bei den niedlichen Tierkindern kann eine intime Nahaufnahme die anrühende Wirkung noch verstärkt werden, während ein Reh im Schnee und karger Flora sehr gut den Überlebenskampf des Tieres im harten Winter beschreibt. Dieser Eindruck kann dann durch eine unterstützende Lichtstimmung noch verstärkt werden und ein ausdruckstarkes Bild entstehen lassen.