Einfach nur spielen

Im Anschluß an meinen letzten Post möchte ich noch mal ein paar Wege aus dem Motivationstief aufzeigen. Neben dem schon genannten Miniprojekt gibt es noch andere Wege aus der fotografischen Krise, z. B. kann ein Bildband ob neu oder aus dem Regal neue Impulse und Ideen aufzeigen. Alternativ mag auch ein interaktives Blättern bei flickr helfen, jedoch ist die Qualität sehr unterschiedlich und nicht jedes Bild kann einen überzeugen. Jedoch können einen gerade auch die schlechteren Bilder helfen, wenn man nicht nur achtlos hinüberblättert, sondern versucht herauszufinden warum die Bilder nicht funktionieren und zu überlegen was man hätte besser machen können. Dies hilft oft es besser machen zu wollen.

Eine andere Möglichkeit neue Perspektiven zu eröffnen und eine gute Herausfoderung ist es mit einem Objektiv (am besten eine Festbrennweite) z. B. in den Wald zu gehen mit dem festen Vorhaben genau 10 Bilder zu machen. Natürlich sollen es 10 gute Bilder sein, so versetzt man sich zurück ins analoge Zeitalter als jeder Klick noch Geld kostete und man daher die Bilder oft sorgsamer komponierte. Diese kleine Übung hilft euch bessere, bewußtere Fotos zu machen.

Es gibt kein schlechtes Licht

Klar wir kennen alle die Sprüche, dass die besten Bilder nur bei dem Licht des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs entstehen können. Sicher wirkt das weiche Licht dieser Zeit mit seinen warmen Farben in vielen Situationen bereichernd, doch sollte dies keine Entschuldigung sein während des Tages den Fotoapparat in der Ecke liegen zu lassen. Es ergeben sich auch tagsüber immer wieder Situationen die lohnend sind. Denn mal ehrlich es sind doch die Interaktionen zwischen Tieren oder dem Wetter und der Landschaft dir wir dokumentieren wollen und die uns faszinieren.

Klar ist eine solche besondere Situation bei besonderem Licht noch die letzte mögliche Steigerung, jedoch sind diese perfekten Momente so extrem selten… Das frustiert zu schnell und die Gefahr es die ganze Naturfotografie dann dran zu geben ist groß. Wenn man aber bei jeder Gelegenheit seine Kamera greift, auch bei schlechtem Wetter, ergeben immer Möglichkeiten für gute Bilder und hin und wieder auch für Großartige. Und sollte man dann doch mal in ein Motivationstief fallen, hilft es sich ein kleines Projekt zu suchen, vielleicht sogar aus einem ganz anderen fotografischen Bereich. Dann findet man seine Leidenschaft schon wieder…

Und Action…

Nein dieser Post hat nichts mit den Oscars zu tun, es geht um Bilder, die Tiere in Aktion zeigen. Diese Aufnahmen ziehen den Betrachter zumeist viel mehr in ihren Bann als Aufnahmen die das Tier in Ruhe im Gras liegend oder auf einem Ast sitzend zeigen. Gleichzeitig sind diese bewegten Tierbilder ungleich schwerer zu erstellen, es erfordert schon eine gute Beherrschung der eigenen Kamera, um die nötigen Einstellungen in der Kürze der Zeit vorzunehmen. Oft bleiben nur wenige Sekunden, in denen man ein Tier entdeckt bis es wieder verschwunden ist. Es lohnt sich also das langweilige Büchlein, das mit euerer Kamera kam gut zu studieren. Es hilft auch die häufig verwendeten Funktionstasten zu erreichen ohne die Kamera abzusetzen.

Für Aktionaufnahmen gibt es zwei Möglichkeiten, entweder man friert die Bewegung mit einer kurzen Belichtungszeit vollständig ein oder man wählt eine etwas längere Verschlussöffnung, um einen Teil der Bewegung durch Bewegungsunschärfe im Bild festzuhalten. Bei diesen Bildern ist es jedoch wichtig, dass mindestens ein Teil des Tieres, am besten der Kopf, scharf ist. Eine Sonderform der Bilder mit Bewegungsunschärfe sind die sogenannten Mitzieher, hierbei bewegt man die Kamera während der Belichtung mit dem Objekt mit. Dies funktioniert nur wenn das Objekt für die gesamte Belichtung im gleichen Teil des Bildausschnittes bleibt, ansonsten wird es auch verwischen. Es erfordert also etwas Übung, dafür eignen sich Objekt die sich relativ langsam und in einer gut vorhersagbaren Richtung bewegen. Je nach Geschwindigkeit reichen Belichtungszeiten von 1/15s bis 1/90s aus. Ich versuche mich während dieser Zeit nur um mein Becken zu rotieren, so hab bleibt der Oberkörper recht stabil.

Gute Objekte zum Üben sind Möwen, sie segeln oft recht ruhig und eignen sich vor einem anderen Hintergrund als dem Himmel auch für die Mitziehaufnahmen. Viel Spaß beim Ausprobieren…