Von der Frustration des Naturfotografen

Hatte mich gestern erstmals für einen Abend meinem neuen Projekt gewidmet und mich im Tarnzelt an einen nahegelegenen Teich gesetzt. Ich wusste aus sicherer Quelle, dass der Fischadler hier vorkommt und auch schon gejagt hat. Also nichts wie hingesetzt und Augen auf…

Drei Stunden später hatte ich den Kumpel zwar gesehen, jedoch nur aus der Distanz. Längst nicht nah genug für ein halbwegs taugliches Foto. Auch schien der Vogel nicht besonders hungrig, obwohl die Bedingungen zur Jagd kaum besser hätten sein können. Sonne, viel Fisch im Teich und nahezu Windstille.

Auf der Versöhnlichen Seite hatte ich einen schönen Abend mit gutem Wetter inmitten der Natur. Es wird wohl noch einige Versuche bedürfen, bevor ich hier ein paar Ergebnisse vorzeigen kann.

Neues Jahr – Neues Projekt

Schon lange habe ich ein paar Fotos im Kopf, die ich von einem Fischadler machen wollte. Deshalb habe ich mich kürzlich in ein nahegelegenes Naturschutzgebiet begeben, von dem ich weiß das er dort vorkommt. Und tatsächlich konnte ich ihn dort schon vorbeifliegen sehen, das hat mich darin bestärkt diese Projekt jetzt in Angriff zu nehmen. Ich habe Kontakt mit dem zuständigen Gebietsbetreuer aufgenommen, glücklicherweise gleichzeitig auch ein Fotograf und die Möglichkeiten der Fotografie mit ihm abgesteckt.

Zusätzlich plane ich noch eine Reise an die Müritz, an der die Art auch in größerer Anzahl vorkommt. Insgesamt schätzt man das Vorkommen in Deutschland auf ca. 500 Paare, wobei der Verbreitungsschwerpunkt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt.

Ich bin sehr gespannt wieviele meiner fünf, sechs Bildideen ich umsetzten kann bevor der Fischadler Deutschland im August/September wieder gen Afrika verläßt. Bisher habe ich als Vorgeschmack nur ein einfaches Flugfoto….

Fischadler, Osprey
Fischadler, Osprey

Warum Naturfotografie ?

Die Frage nach dem Warum ist sicher immer eine der Schwierigsten und sicher eine ganz Persönliche. Ich denke aber, dass die meisten Naturfotografen ihr Medium dazu nutzen möchten die Schönheit der Natur zu transportieren. Auch wenn die Natur nicht nur schön, sondern mancherorts gar brutal und mitleidslos sein kann, so scheint doch alles einem grösserem Gleichgewicht zu dienen. Dieses Gleichgewicht ist für uns Menschen trotz allem Wissen nur sehr unscharf zu begreifen und viele Eingriffe durch uns haben schon zu schwerwiegenden Folgen geführt. Trotzdem scheint das Pendel immer wieder zurück zu schwingen gewährt man der Natur etwas Zeit und Raum. Diese ausgleichende Kraft ist es die mich so sehr fasziniert, dass ich sie auf Fotos bannen möchte. Aber soweit sind meine fotografischen Fähigkeiten noch nicht, bin ich doch noch zu sehr am Anfang dieses Weges.

Jedoch steht für mich fest, dass meine Fotografie und auch dieser Blog einen kleinen Teil dazubeitragen soll, insbesondere die Natur unserer Heimat zu schützen. Da haben wir als Naturfotografen eine besondere Möglichkeit zu, wir können mit unseren Bildern Emotionen transportieren und damit vielleicht Menschen erreichen, die sonst mit Natur nicht soviel am Hut haben. Daher werde ich Naturschutzorganisationen meine Bilder immer kostenfrei zur Verfügung stellen.

Was motiviert euch zur Naturfotografie?