Ansitzfotografie in Andalusien – Neue Bilder in der Galerie

Steinadler - Aquila chrysaetos
Steinadler – Aquila chrysaetos

Da wir jedes Jahr im Winter/Frühjahr ein bis zwei Wochen Urlaub in Andalusien mit der Familie machen, lag der Gedanke nahe sich auch einen fotografischen Zeitvertreib zu suchen. So konnte ich mich mit Zustimmung von meiner wunderbaren Frau für drei Tage von der Familie absetzen, um in der Nähe von Cordoba bei Augustín Pérez Amil Adler von einem Fotoversteck aus zu fotografieren. Die 3,5 Stunden Anreise von der Küste und die von Augustín vermittelte Unterkunft waren sehr gut. Augustin hat im Laufe der letzten vier Jahre eine Vielzahl von meist festen Fotoverstecken errichtet und so hatte ich die Qual der Wahl. Ich vereinbarte letztlich mit ihm, die drei zu dieser Jahreszeit vorhandenen Adlerspezies zu fotografieren. Insbesondere der iberische Kaiseradler stand hoch auf meiner Liste und so saß ich am ersten Tag direkt in diesem Versteck. Leider ließ mich der Adler im Stich. Aber die ausgelegten Köder zogen reichlich andere Interessierte an, insbesondere Blauelstern, Füchse und auch die eingeschleppten Mungos ließen sich so fotografieren. Am nächsten Morgen ging es dann zum Habichtsadler, der auch prompt angeknattert kam und die dargebotene Taube innerhalb einer halben Stunde gekröpft hatte. Da diese Spezies nur einmalig kommt holte Augustin mich und meine Mitfotografen mittags wieder ab und fuhr uns in Versteck für die Steinadler. Auch diese liessen sich nicht lange bitten und kamen ungewöhnlich dicht heran, so dass auch Detailaufnahmen möglich waren. Dies war wohl im Wesentlich durch die verspiegelten Scheiben möglich, die in den Verstecken verwendet werden, dadurch werden die Vögel auch durch Kamerabewegungen nicht irritiert.

Den letzten Tag widmete ich wieder dem Kaiseradler, der sich diesmal auch zeigte (zumindest aus der Ferne). Jedoch ließen Starkregen, die Distanz  und entsprechend schlechtes Licht keine brauchbaren Bilder zu. Die gelungenen Bilder findet ihr in der Galerie.

Hier ist noch ein Link zu Alpasin, der Website von Augustín, falls ich bei euch Interesse geweckt habe.

Bulgarien – eine schweißtreibende Angelegenheit

Auch dieses Jahr hatte ich wieder die großartige Möglichkeit eine Fotoreise zu machen. Meine Frau und die Kinder mussten dafür acht Tage auf mich verzichten. Am Freitag den 17.6. ging es dafür nach Bulgarien. Nach der Landung in Sofia wurde mir schnell klar, dass ich zu viele Sachen für kältere Tage eingepackt hatte, es war warm, nein, heiß.

Am Flughafen wurde ich von meinem Guide (Lucky) in Empfang genommen und wir fuhren für etwa 1,5 Stunden in den Süden des Landes. Unserer Ausgangspunkt für die kommenden Tage war Bratsigovo eine Kleinstadt, mit einem landesüblichen Familienhotel. Zu meiner Überraschung war ich der einzige Teilnehmer des Workshops, so dass ich die Aktivitäten frei wählen konnte. Schon am Abend ging es zur ersten „Fotoexkursion“, die uns ein paar Strassen weiter an den Stadtrand führte. Hier konnte ich Steinkäuze fotografieren, die mit Mehlwürmer angelockt wurden. Dies haben wir während der Woche sowohl abends als auch morgens noch öfter wiederholt.

In den weiteren Tagen hatte ich auch die Möglichkeit Bienenfresser von einem Versteck aus zu fotografieren. Diese Touren haben mich einiges an Schweiß gekostet, weil es auch in den weiteren Tagen bei Temperaturen um 35°C im Schatten und im Versteck auch gerne über 40°C blieb. Aber die kleinen bunten Vögel mit ihren akrobatischen Flugmanöver waren einfach zu reizvoll. Auch Fotos vom Pirol gelangen mir hier. Besonders war die Möglichkeit in einem Floating Hide Wasservögel aus toller Perspektive zu fotografieren. Dabei befindet man sich in einem schwimmenden Tarnzelt, dass die Kameraausrüstung trägt. Man selbst schützt sich mit einer Wathose gegen das feuchte Element und läuft auf dem Grund (eines flachen Sees) am Ufer entlang. So kann man Vögel vom Wasser aus fotografieren und wird von den Vögel gut toleriert. Von dieser Möglichkeit bin ich total begeistert.

Für zwei Tage machten wir einen Ausflug in den Norden des Landes in die Nähe der Donau (Ort Nisovo), wo wir die Blauracke fotografieren wollten. Lucky hatte für mich drei verschiedene Verstecke organisiert, um diesen tollen Vogel zu fotografieren. Für die letzten beiden Tage ging es dann noch mal zurück nach Bratsigovo. Die Organisation der Reise, die Unterbringung, Verpflegung und nicht zu Letzt mein Guide machten diese Reise zu einem unvergeßlichen und fotografisch sehr befriedigenden Erlebnis. Ich kann die von Emil Enchev organisierte Reisen nur wärmstens weiterempfehlen.  Für Bulgarien als Reiseland möchte ich mich einsetzen. Auch wenn die Bevölkerung im europäischen Durchschnitt sehr arm ist, fühlt man sich sicher und sehr willkommen.

Fotos von meiner Reise könnt ihr ab sofort auch in meiner Galerie oder auf Flickr finden.

Für weitere Informationen über Fotoreisen nach Bulgarien könnt ihr Emil Enchev Website besuchen.

 

Der Vorteil des Vertrauten

 

Ich hatte die Woche nach Ostern Urlaub und wollte an einem Tag einen Ausflug zur Vogelfotografie machen. Für einen Tagesausflug sollte es nicht allzu weit entfernt sein und es sollte etwas Neues sein. Also recherchierte ich im Internet und blätterte in Vogelbeobachtungsbüchern (der Kosmos-Verlag hat hier eine hilfreiche Bücher). Nach einigem hin und her stand fest ich wollte auf die Insel Poel fahren und dort Limikolen und Seeschwalben fotografieren. Leider ließ die Wettervorhersage nichts gutes ahnen und so wurde für den Reisetag viel Bewölkung angesagt. Davon habe ich mich allerdings nicht schrecken lassen und bin früh morgens ins Auto gestiegen und die Stunde nach Poel gefahren. Mein erster Stop war an der Nordostspitze der Insel Nähe dem Ort Gollwitz. Leider bestätigte sich die Wettervorhersage und so war es nicht nur dicht bewölkt sondern auch etwas nebelig. Trotz allem suchte ich nach einem geeignetem Ort um dicht genug an die Vögel heranzukommen, dafür lief ich den gesamten Strand ab. Leider liessen nur Lachmöwen auf Fotodistanz an sich ran, alle Anderen kamen nichts näher heran oder wurden von den wenigen Spaziergängern an diesem Tage wieder aufgescheucht. Also habe ich es nach ein paar Stunden aufgegeben und bin zu einem anderen Naturschutzgebiet im Süden von Poel gefahren, aber hier hatte ich das gleiche Problem. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass eine gewisse Ortskenntnis für eine erfolgreiche Tierfotografie notwendig ist. Manchmal muß man sich dann die Mühe machen einen Tag zum Erkunden der Örtlichkeiten zu opfern.

Da ich aber heute nicht mit leeren Händen zurückkehren wollte, habe ich kurz meine Möglichkeiten abgewogen und mich entschlossen den Ritt nach Fehmarn zu absolvieren. Dort kenne ich mich etwas besser aus und kenne einige Stellen an denen immer etwas zu holen ist und so war es denn auch.