Die richtige Kamera für Naturfotografen

Zunächst einmal ein freies Zitat von Scott Bourne „Die beste Kamera, ist die die man stets bei sich hat“ und so kann auch schon mal die Handykamera geeignet sein für Naturfotografie, insbesondere mit den Eigenschaften moderner Smartphones.

Wenn man sich gezielt zur Fotografie in die Natur aufmacht, ist eine DSLR die beste Wahl. Nun unterscheiden sich die Anforderungen an die Kamera jedoch noch erheblich, je nachdem, ob man eine Landschaftsaufnahme oder Tiere die gesuchten Objekte sind. Für Landschaftsaufnahmen eignen sich Kameras mit einer hohen Detailauflösung, also insbesondere Kameras mit einem Vollformatsensor. In Verbindung mit einem Stativ spielt ein gutes Rauschverhalten keine Rolle, da man immer mit der niedrigsten Empfindlichkeit fotografiert werden kann. Ganz anders bei der Tierfotografie, hier ist man auf ein geringes Rauschen auch bei hohen ISO-Werten, da man oft auf schnelle Verschlußzeiten angewiesen ist. Auch eine hohe Bildfrequenz ist für die erfolgreiche Fotografie von Tieren in Bewegung hilfreich, letztlich ist eine lange Brennweite notwendig und da hilft der Crop-Faktor der Kameras mit einem kleineren Sensor. Dieser kleinere Sensor ermöglicht es mit der gleichen Brennweite an das Objekt heranzukommen.

Also bräuchte man idealerweise zwei sehr unterschiedliche Kameras, dies ist wohl für die meisten Amateure unrealistisch, daher empfehle ich zunächst eine Kamera mit gutem Rauschverhalten, schneller Bildfrequenz und kleinerem Sensor. Bisher habe ich eines von der Industrie immer in dem Mittelpunkt gerücktes Merkmal unberücksichtigt gelassen und zwar mit voller Absicht. Die Auflösung aller modernen DSLRs ist vollkommen ausreichend und insbesondere die Kameras mit sehr hoher Auflösung jenseits von 16 Megapixeln zeigen wieder schlechteres Rauschverhalten. Ich selbst verwende eine etwa 3 Jahre alte DSLR mit Crop-Sensor und ca. 12 Megapixeln. Ich hoffe dies hilft euch etwas bei der Kaufentscheidung.

Die richtige Unterlage für Naturfotografen

Prinzipiell gibt es ja einige Möglichkeiten die Kamera für die Aufnahme zu stabilisieren. Während es bei mittleren Telebrennweiten abhängig von der Lichtstärke und dem damit verbundenen Gewicht noch möglich ist die meisten Aufnahmen aus der Hand zu schießen, verlangen Brennweiten oberhalb von 300mm nach einer geeigneten Stabilisation. Auch Aufnahmen bei wenig Licht oder bei großer Blende lassen sich oft nicht mehr ohne Verwackeln aus der Hand fotografieren.

Neben pragmatischen Lösungen wie das Auflegen der Kamera auf den Boden oder einen Zaunpfosten etc. bietet die Industrie im wesentlichen zwei Möglichkeiten an: das Stativ oder einen Bohnensack. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Der Bohnensack bietet eine flexible Auflage mit guter Dämpfung, hier sind je nach Ausführung auch bei langen Brennweiten noch erstaunlich lange Belichtungszeiten möglich. Bohnensäcke funktionieren meiner Erfahrung nach unabhängig vom Untergrund gut. Schwieriger ist es mit einem Bohnensack bewegte Objekte zu verfolgen, da man den Bohnensack mitdrehen müsste. Da bietet ein Stativ abhängig vom installierten Stativkopf deutliche Vorteile. Stative sind allerdings je nach Ausführung (z.B. Aluminium vs. Carbon) erheblich kostspieliger und beim Transport immer etwas unhandlich, kann man doch für den Transport einen Bohnensack leeren und vor Ort mit allem Möglichen füllen. Stative sind auch immer auf einen guten stabilen Untergrund angewiesen. Bei losem Untergrund sollte man das Stativ gut in den Boden eindrücken, um ein Maximum an Stabilität zu erreichen.

Im Endeffekt bleibt es also eine Geschmacksache, ob man einen Bohnensack oder ein Stativ verwendet.