Es erfordert viel, viel Geduld

Ich muss zugeben, ich hatte mir das ganze Unterfangen etwas einfacher vorgestellt. Leider bin ich noch immer weit von den visualisierten Bildern entfernt, genau genommen, noch so weit wie am Anfang. Grumph.

Ich war nun seit Beginn des Projekts im Schnitt einmal pro Woche für 3-4 Stunden am Stück im Tarnzelt. Eben noch gerade soviel, wie ich meiner Familie zumuten kann. Und dennoch bin ich immer noch in der Lernphase. Erst beim letzten Versuch habe ich erkannt, dass mein Tarnzelt mir nur einen zu kleinen Blickausschnitt gewährt und ich deshalb immer wieder interessante Situationen verpasse. Zusätzlich musste ich feststellen, dass es richtig gut nur klappen kann, wenn der Wind ungefähr aus meinem Rücken kommt. Das hat zwei Gründe, erstens stellt der Adler sich beim Rütteln in den Wind, damit er nach dem Tauchgang wieder in den Wind starten kann. Also kriegt man nur so frontale Shots. Zweitens und vielleicht noch wichtiger; nur bei dieser Windrichtung kommt er nah genug an mich heran, weil dann das Wasser vor mir in der Windabdeckung liegt und besonders gut einsehbar ist. Man lernt nie aus und ich bin sicher beim nächsten Versuch werde ich noch weitere wichtige Erfahrungen machen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es  noch dieses Jahr zumindest mit einem guten Bild klappt.

Bis dahin sind hier drei Bilder, die „OK“ sind…

 

Eine erste Annäherung

Nach einer Woche Müritz war ich in der vergangenen Woche wieder in heimischen Gefilden unterwegs und saß mit meinem Tarnzelt am Teich. In Vergleich zu den vorhergehenden Versuchen,  war diesmal etwas mehr los und so gelang mir auch ein erstes Bild. Leider kann man an diesem Bild viel lernen, was noch zu verbessern wäre.

Das Bild zeigt einen Fischadler beim Fußbad und dieses Verhalten zu fotografieren, war eines der Bilder die ich mir gewünscht hatte. Der Adler fliegt dabei ungewöhnlich tief über den Teich und schleift die Fängen durchs Wasser. Das sieht dann etwa so aus wie ein Seeadler beim Fischen…

Wie ihr seht, war das Licht nicht wirklich auf meiner Seite. Mit dem Bildaufbau bin ich erstmal ganz zufrieden, das Bild ist nur minimal beschnitten. Nur an der Schärfe hapert es etwas, das sieht man insbesondere wenn man sich das Bild in der 100%-Ansicht betrachtet. Die Verschlusszeit sollte mit 1/800 vom Stativ eigentlich ok sein auch wenn die Brennweite (700mm) natürlich sehr lang ist. Die Blende war voll geöffnet (f/5.6) und die Tiefenschärfe damit nur wenige Zentimeter groß. Bleibt noch der Fotograf, der im Eifer des Gefechts wahrscheinlich nicht die optimale Technik verwendet hat und das Objektiv beim Schwenk nicht zusätzlich mit der linken Hand stabilisiert hat.

Daher werde ich es, um erneutes menschliches Versagen zu verhindern, bei der nächsten Aufnahmeserie mit etwas abgeblendeten Objektiv und einer schnelleren Verschlusszeit versuchen. Dafür ist natürlich auch etwas mehr Licht notwendig. Ein langer Weg zu einem wirklich gelungenem Bild ….

Fischadler
Fischadler

Von der Frustration des Naturfotografen

Hatte mich gestern erstmals für einen Abend meinem neuen Projekt gewidmet und mich im Tarnzelt an einen nahegelegenen Teich gesetzt. Ich wusste aus sicherer Quelle, dass der Fischadler hier vorkommt und auch schon gejagt hat. Also nichts wie hingesetzt und Augen auf…

Drei Stunden später hatte ich den Kumpel zwar gesehen, jedoch nur aus der Distanz. Längst nicht nah genug für ein halbwegs taugliches Foto. Auch schien der Vogel nicht besonders hungrig, obwohl die Bedingungen zur Jagd kaum besser hätten sein können. Sonne, viel Fisch im Teich und nahezu Windstille.

Auf der Versöhnlichen Seite hatte ich einen schönen Abend mit gutem Wetter inmitten der Natur. Es wird wohl noch einige Versuche bedürfen, bevor ich hier ein paar Ergebnisse vorzeigen kann.